Gesellschaftliche und technische Herausforderungen des automatisierten Fahrens: Ein gelöstes Problem oder Utopie?

Research output: Contribution to conference(Old data) Lecture or PresentationResearch

Abstract

Geschichtlich gesehen sind selbstfahrende Fahrzeuge keine Neuheit, Konzepte und Prototypen wurden bereits in 20er Jahren des 20. Jhdt. erdacht und entwickelt. Die Treiber für das Ansinnen die Kontrolle über das Fahrzeug an eine Maschine abzugeben sind damals wie heute vielfältig ebenso wie die Einschränkungen zur Einführung derartiger Technologien.
Die am häufigste genannte Motivation stellt eindeutig die Verkehrssicherheit dar. Wertet man beispielsweise die statistischen Daten zur Unfallverursachung ab, erhält man Zahlen, je nach betrachteter Datenquelle, von bis zu 90% wo menschliche Fehlleistungen als Hauptfaktor erkannt wurden.
Nicht zu vergessen ist aber der Vorteil gesteigerten Fahrkomforts durch Entlastung der mental beanspruchenden Tätigkeit des Fahrzeugführens. Speziell bei Routinetätigkeiten wie das Führen des Fahrzeugs im Stau oder die Parkplatzsuche ist hier eine Entlastung zugunsten anderer, bislang verbotener Tätigkeiten hoch erwünscht; die Literatur erwähnt einen Zeitgewinn von durchschnittlich 50 Minuten pro Tag. Um die gewonnene Zeit im Fahrzeug auch nutzen zu können ist die digitale Vernetzung des Fahrzeugs über Kommunikationssysteme eine begleitende Erscheinung die bereits weit verbreitet ist.
Ein weiterer Motivator ist die Senkung des Energieverbrauches. Dies gelingt über zwei Effekte die einander aber auch entgegenstehen können, einerseits über verbrauchsminimierende vorrausschauende Fahrweise durch Nutzung von Daten und Straße und Verkehr, andererseits über Verbesserung des Verkehrsflusses. Da man die Kapazitäten der Straße aber nur durch die mittlere Geschwindigkeit und Abstände zwischen den Fahrzeugen beeinflussen kann, könnte dies im gemischten Betrieb automatisierter und manuell geführter Fahrzeuge einen Widerspruch darstellen.
Ein wichtiger Motivator sind die hohen Wertschöpfungspotentiale für die Fahrzeugindustrie aber auch deren verwandte Branchen wie Straßen- und Verkehrsinfrastruktur durch die Erweiterung der Fahrzeugfunktionen über die notwendigen elektronischen Komponenten. Neue Fahrzeugfunktionen werden neben dem Individualverkehr aber auch im Gütertransport und -logistik neue Möglichkeiten und Geschäftsmodelle eröffnen.
Diesen Motivatoren stellen aber einige Herausforderungen entgegen die sowohl gesellschaftlich wie auch technologisch bedingt sind.
Während man durch die Berichterstattung in den Medien über Google, Tesla, Uber und anderen den Eindruck gewinnen kann, dass die technologischen Herausforderungen weitgehend gelöst sind, ist dem aber bei weitem nicht so. Der Beitrag widmet sich den in Forschung und Entwicklung bearbeiteten Themen hinsichtlich Absicherung und Validierung der automatisierten Funktionen im speziellen in Verbindung mit der Komplexität möglicher Verkehrssituationen und unterschiedlichen Umweltbedingungen, Manipulations- und Misuse Gefahren, Kosten der Zusatzkomponenten sowie deren Entwicklung und Fahrzeugintegration. Eine spezielle technologische Herausforderung ist die Erfassung und Interpretation der Fahrumgebung durch On-Board Sensorik. Nicht zu vergessen sind Herausforderungen durch die Mensch-Maschine-Interaktion wie die sogenannte Ironie der Automatisierung und Automation Surprises.
Schlussendlich beschäftigt sich der Vortrag mit gesellschaftliche Überlegungen wie die Akzeptanz des Fahrers und der Gesellschaft für automatisiertes fahren, sowie rechtlichen Themen wie der Haftungsfragen und ethischen Überlegungen.
Original languageGerman
Pages1-20
Number of pages20
Publication statusPublished - 7 Dec 2016
EventForschungsforum - Mobilität für Alle 2016: Mobilität und Digitalisierung - austria Trend Hotel Savoyen, Wien, Austria
Duration: 7 Dec 2016 → …
https://www.bmvit.gv.at/bmvit/innovation/mobilitaet/forschungsforum/index.html

Conference

ConferenceForschungsforum - Mobilität für Alle 2016
CountryAustria
CityWien
Period7/12/16 → …
Internet address

Keywords

    ASJC Scopus subject areas

    • Automotive Engineering

    Fields of Expertise

    • Mobility & Production

    Treatment code (Nähere Zuordnung)

    • Popular Scientific

    Cite this

    Gesellschaftliche und technische Herausforderungen des automatisierten Fahrens: Ein gelöstes Problem oder Utopie? / Eichberger, Arno.

    2016. 1-20 Forschungsforum - Mobilität für Alle 2016, Wien, Austria.

    Research output: Contribution to conference(Old data) Lecture or PresentationResearch

    Eichberger, A 2016, 'Gesellschaftliche und technische Herausforderungen des automatisierten Fahrens: Ein gelöstes Problem oder Utopie?' Forschungsforum - Mobilität für Alle 2016, Wien, Austria, 7/12/16, pp. 1-20.
    @conference{f5e226d91c114e79bf29953e3ff8d30e,
    title = "Gesellschaftliche und technische Herausforderungen des automatisierten Fahrens: Ein gel{\"o}stes Problem oder Utopie?",
    abstract = "Geschichtlich gesehen sind selbstfahrende Fahrzeuge keine Neuheit, Konzepte und Prototypen wurden bereits in 20er Jahren des 20. Jhdt. erdacht und entwickelt. Die Treiber f{\"u}r das Ansinnen die Kontrolle {\"u}ber das Fahrzeug an eine Maschine abzugeben sind damals wie heute vielf{\"a}ltig ebenso wie die Einschr{\"a}nkungen zur Einf{\"u}hrung derartiger Technologien.Die am h{\"a}ufigste genannte Motivation stellt eindeutig die Verkehrssicherheit dar. Wertet man beispielsweise die statistischen Daten zur Unfallverursachung ab, erh{\"a}lt man Zahlen, je nach betrachteter Datenquelle, von bis zu 90{\%} wo menschliche Fehlleistungen als Hauptfaktor erkannt wurden. Nicht zu vergessen ist aber der Vorteil gesteigerten Fahrkomforts durch Entlastung der mental beanspruchenden T{\"a}tigkeit des Fahrzeugf{\"u}hrens. Speziell bei Routinet{\"a}tigkeiten wie das F{\"u}hren des Fahrzeugs im Stau oder die Parkplatzsuche ist hier eine Entlastung zugunsten anderer, bislang verbotener T{\"a}tigkeiten hoch erw{\"u}nscht; die Literatur erw{\"a}hnt einen Zeitgewinn von durchschnittlich 50 Minuten pro Tag. Um die gewonnene Zeit im Fahrzeug auch nutzen zu k{\"o}nnen ist die digitale Vernetzung des Fahrzeugs {\"u}ber Kommunikationssysteme eine begleitende Erscheinung die bereits weit verbreitet ist. Ein weiterer Motivator ist die Senkung des Energieverbrauches. Dies gelingt {\"u}ber zwei Effekte die einander aber auch entgegenstehen k{\"o}nnen, einerseits {\"u}ber verbrauchsminimierende vorrausschauende Fahrweise durch Nutzung von Daten und Stra{\ss}e und Verkehr, andererseits {\"u}ber Verbesserung des Verkehrsflusses. Da man die Kapazit{\"a}ten der Stra{\ss}e aber nur durch die mittlere Geschwindigkeit und Abst{\"a}nde zwischen den Fahrzeugen beeinflussen kann, k{\"o}nnte dies im gemischten Betrieb automatisierter und manuell gef{\"u}hrter Fahrzeuge einen Widerspruch darstellen.Ein wichtiger Motivator sind die hohen Wertsch{\"o}pfungspotentiale f{\"u}r die Fahrzeugindustrie aber auch deren verwandte Branchen wie Stra{\ss}en- und Verkehrsinfrastruktur durch die Erweiterung der Fahrzeugfunktionen {\"u}ber die notwendigen elektronischen Komponenten. Neue Fahrzeugfunktionen werden neben dem Individualverkehr aber auch im G{\"u}tertransport und -logistik neue M{\"o}glichkeiten und Gesch{\"a}ftsmodelle er{\"o}ffnen.Diesen Motivatoren stellen aber einige Herausforderungen entgegen die sowohl gesellschaftlich wie auch technologisch bedingt sind. W{\"a}hrend man durch die Berichterstattung in den Medien {\"u}ber Google, Tesla, Uber und anderen den Eindruck gewinnen kann, dass die technologischen Herausforderungen weitgehend gel{\"o}st sind, ist dem aber bei weitem nicht so. Der Beitrag widmet sich den in Forschung und Entwicklung bearbeiteten Themen hinsichtlich Absicherung und Validierung der automatisierten Funktionen im speziellen in Verbindung mit der Komplexit{\"a}t m{\"o}glicher Verkehrssituationen und unterschiedlichen Umweltbedingungen, Manipulations- und Misuse Gefahren, Kosten der Zusatzkomponenten sowie deren Entwicklung und Fahrzeugintegration. Eine spezielle technologische Herausforderung ist die Erfassung und Interpretation der Fahrumgebung durch On-Board Sensorik. Nicht zu vergessen sind Herausforderungen durch die Mensch-Maschine-Interaktion wie die sogenannte Ironie der Automatisierung und Automation Surprises.Schlussendlich besch{\"a}ftigt sich der Vortrag mit gesellschaftliche {\"U}berlegungen wie die Akzeptanz des Fahrers und der Gesellschaft f{\"u}r automatisiertes fahren, sowie rechtlichen Themen wie der Haftungsfragen und ethischen {\"U}berlegungen.",
    keywords = "Automatisiertes Fahren",
    author = "Arno Eichberger",
    year = "2016",
    month = "12",
    day = "7",
    language = "deutsch",
    pages = "1--20",
    note = "Forschungsforum - Mobilit{\"a}t f{\"u}r Alle 2016 : Mobilit{\"a}t und Digitalisierung ; Conference date: 07-12-2016",
    url = "https://www.bmvit.gv.at/bmvit/innovation/mobilitaet/forschungsforum/index.html",

    }

    TY - CONF

    T1 - Gesellschaftliche und technische Herausforderungen des automatisierten Fahrens: Ein gelöstes Problem oder Utopie?

    AU - Eichberger, Arno

    PY - 2016/12/7

    Y1 - 2016/12/7

    N2 - Geschichtlich gesehen sind selbstfahrende Fahrzeuge keine Neuheit, Konzepte und Prototypen wurden bereits in 20er Jahren des 20. Jhdt. erdacht und entwickelt. Die Treiber für das Ansinnen die Kontrolle über das Fahrzeug an eine Maschine abzugeben sind damals wie heute vielfältig ebenso wie die Einschränkungen zur Einführung derartiger Technologien.Die am häufigste genannte Motivation stellt eindeutig die Verkehrssicherheit dar. Wertet man beispielsweise die statistischen Daten zur Unfallverursachung ab, erhält man Zahlen, je nach betrachteter Datenquelle, von bis zu 90% wo menschliche Fehlleistungen als Hauptfaktor erkannt wurden. Nicht zu vergessen ist aber der Vorteil gesteigerten Fahrkomforts durch Entlastung der mental beanspruchenden Tätigkeit des Fahrzeugführens. Speziell bei Routinetätigkeiten wie das Führen des Fahrzeugs im Stau oder die Parkplatzsuche ist hier eine Entlastung zugunsten anderer, bislang verbotener Tätigkeiten hoch erwünscht; die Literatur erwähnt einen Zeitgewinn von durchschnittlich 50 Minuten pro Tag. Um die gewonnene Zeit im Fahrzeug auch nutzen zu können ist die digitale Vernetzung des Fahrzeugs über Kommunikationssysteme eine begleitende Erscheinung die bereits weit verbreitet ist. Ein weiterer Motivator ist die Senkung des Energieverbrauches. Dies gelingt über zwei Effekte die einander aber auch entgegenstehen können, einerseits über verbrauchsminimierende vorrausschauende Fahrweise durch Nutzung von Daten und Straße und Verkehr, andererseits über Verbesserung des Verkehrsflusses. Da man die Kapazitäten der Straße aber nur durch die mittlere Geschwindigkeit und Abstände zwischen den Fahrzeugen beeinflussen kann, könnte dies im gemischten Betrieb automatisierter und manuell geführter Fahrzeuge einen Widerspruch darstellen.Ein wichtiger Motivator sind die hohen Wertschöpfungspotentiale für die Fahrzeugindustrie aber auch deren verwandte Branchen wie Straßen- und Verkehrsinfrastruktur durch die Erweiterung der Fahrzeugfunktionen über die notwendigen elektronischen Komponenten. Neue Fahrzeugfunktionen werden neben dem Individualverkehr aber auch im Gütertransport und -logistik neue Möglichkeiten und Geschäftsmodelle eröffnen.Diesen Motivatoren stellen aber einige Herausforderungen entgegen die sowohl gesellschaftlich wie auch technologisch bedingt sind. Während man durch die Berichterstattung in den Medien über Google, Tesla, Uber und anderen den Eindruck gewinnen kann, dass die technologischen Herausforderungen weitgehend gelöst sind, ist dem aber bei weitem nicht so. Der Beitrag widmet sich den in Forschung und Entwicklung bearbeiteten Themen hinsichtlich Absicherung und Validierung der automatisierten Funktionen im speziellen in Verbindung mit der Komplexität möglicher Verkehrssituationen und unterschiedlichen Umweltbedingungen, Manipulations- und Misuse Gefahren, Kosten der Zusatzkomponenten sowie deren Entwicklung und Fahrzeugintegration. Eine spezielle technologische Herausforderung ist die Erfassung und Interpretation der Fahrumgebung durch On-Board Sensorik. Nicht zu vergessen sind Herausforderungen durch die Mensch-Maschine-Interaktion wie die sogenannte Ironie der Automatisierung und Automation Surprises.Schlussendlich beschäftigt sich der Vortrag mit gesellschaftliche Überlegungen wie die Akzeptanz des Fahrers und der Gesellschaft für automatisiertes fahren, sowie rechtlichen Themen wie der Haftungsfragen und ethischen Überlegungen.

    AB - Geschichtlich gesehen sind selbstfahrende Fahrzeuge keine Neuheit, Konzepte und Prototypen wurden bereits in 20er Jahren des 20. Jhdt. erdacht und entwickelt. Die Treiber für das Ansinnen die Kontrolle über das Fahrzeug an eine Maschine abzugeben sind damals wie heute vielfältig ebenso wie die Einschränkungen zur Einführung derartiger Technologien.Die am häufigste genannte Motivation stellt eindeutig die Verkehrssicherheit dar. Wertet man beispielsweise die statistischen Daten zur Unfallverursachung ab, erhält man Zahlen, je nach betrachteter Datenquelle, von bis zu 90% wo menschliche Fehlleistungen als Hauptfaktor erkannt wurden. Nicht zu vergessen ist aber der Vorteil gesteigerten Fahrkomforts durch Entlastung der mental beanspruchenden Tätigkeit des Fahrzeugführens. Speziell bei Routinetätigkeiten wie das Führen des Fahrzeugs im Stau oder die Parkplatzsuche ist hier eine Entlastung zugunsten anderer, bislang verbotener Tätigkeiten hoch erwünscht; die Literatur erwähnt einen Zeitgewinn von durchschnittlich 50 Minuten pro Tag. Um die gewonnene Zeit im Fahrzeug auch nutzen zu können ist die digitale Vernetzung des Fahrzeugs über Kommunikationssysteme eine begleitende Erscheinung die bereits weit verbreitet ist. Ein weiterer Motivator ist die Senkung des Energieverbrauches. Dies gelingt über zwei Effekte die einander aber auch entgegenstehen können, einerseits über verbrauchsminimierende vorrausschauende Fahrweise durch Nutzung von Daten und Straße und Verkehr, andererseits über Verbesserung des Verkehrsflusses. Da man die Kapazitäten der Straße aber nur durch die mittlere Geschwindigkeit und Abstände zwischen den Fahrzeugen beeinflussen kann, könnte dies im gemischten Betrieb automatisierter und manuell geführter Fahrzeuge einen Widerspruch darstellen.Ein wichtiger Motivator sind die hohen Wertschöpfungspotentiale für die Fahrzeugindustrie aber auch deren verwandte Branchen wie Straßen- und Verkehrsinfrastruktur durch die Erweiterung der Fahrzeugfunktionen über die notwendigen elektronischen Komponenten. Neue Fahrzeugfunktionen werden neben dem Individualverkehr aber auch im Gütertransport und -logistik neue Möglichkeiten und Geschäftsmodelle eröffnen.Diesen Motivatoren stellen aber einige Herausforderungen entgegen die sowohl gesellschaftlich wie auch technologisch bedingt sind. Während man durch die Berichterstattung in den Medien über Google, Tesla, Uber und anderen den Eindruck gewinnen kann, dass die technologischen Herausforderungen weitgehend gelöst sind, ist dem aber bei weitem nicht so. Der Beitrag widmet sich den in Forschung und Entwicklung bearbeiteten Themen hinsichtlich Absicherung und Validierung der automatisierten Funktionen im speziellen in Verbindung mit der Komplexität möglicher Verkehrssituationen und unterschiedlichen Umweltbedingungen, Manipulations- und Misuse Gefahren, Kosten der Zusatzkomponenten sowie deren Entwicklung und Fahrzeugintegration. Eine spezielle technologische Herausforderung ist die Erfassung und Interpretation der Fahrumgebung durch On-Board Sensorik. Nicht zu vergessen sind Herausforderungen durch die Mensch-Maschine-Interaktion wie die sogenannte Ironie der Automatisierung und Automation Surprises.Schlussendlich beschäftigt sich der Vortrag mit gesellschaftliche Überlegungen wie die Akzeptanz des Fahrers und der Gesellschaft für automatisiertes fahren, sowie rechtlichen Themen wie der Haftungsfragen und ethischen Überlegungen.

    KW - Automatisiertes Fahren

    M3 - (Altdaten) Vortrag oder Präsentation

    SP - 1

    EP - 20

    ER -