Anthocyangewinnung aus der schwarzen Holunderbeere

Günther Holzer, Jan Bernd Bol, Thomas Gamse, Matthäus Siebenhofer

Publikation: Beitrag in Buch/Bericht/KonferenzbandBeitrag in einem KonferenzbandForschungBegutachtung

Abstract

Schwarzer Holunder (Sambucus Nigra) hat als Naturprodukt wahrscheinlich die höchste Konzentration an Anthocyanen, insbesondere die Komponenten Cyanidin 3-O-glucoside, Cyanidin-3-O-sambubioside, Cyanidin 3-O-sambubioside 5-O-glucoside sowie Cyanidin 3,5-O-diglucoside sind reichlich enthalten. Bisher erfolgte die wirtschaftliche Verwertung in erster Linie in Form von Gesamtauszügen (Pressprodukten). Die steigende medizinische Bedeutung der Anthocyane auf Grund ihrer starken antioxidativen Kapazität steigert das Interesse an der Gewinnung der Einzelkomponenten. Die Extraktion von Anthocyanen erfolgt mit Hilfe angesäuerter Ethanol-Wasser Gemische als Lösemittel. Hinsichtlich der Vorbehandlung der Beeren für die Extraktion bewirkt für kurze Extraktionszeiten (<2500s) die Zerkleinerung eine höhere normierte Konzentration. Auf eine längere Extraktionszeit hinweg wirkt sich das Zerkleinern jedoch negativ auf die Selektivität aus, da mit steigender Extraktionszeit immer weniger Anthocyane gelöst werden. Das Einfrieren bzw. die Lagerung über einen längeren Zeitraum scheint einen negativen Effekt auf die in den Beeren enthaltene Menge an Anthocyanen zu haben. Für den Extrakt aus gefrorenen Beeren konnte eine normierte Konzentration von 4465mg/l nach 4800 Sekunden Extraktionszeit nachgewiesen werden. Die höchste normierte Konzentration an Anthocyanen wurde hingegen bei der Extraktion mit frischen ganzen Beeren ohne jegliche Vorbehandlung mit Ethanol erreicht. Es konnte ein normierter Wert von 6687 mg/l nach 4800 Sekunden nachgewiesen werden. Hinsichtlich der weiteren Aufreinigung des Extraktes bieten sich Methoden der präparativen Chromatographie an. Ein wenig erforschtes, jedoch vielversprechendes Verfahren für die Purifizierung der Extraktkomponenten stellt die Zentrifugalchromatographie dar.
Originalsprachedeutsch
TitelConference Proceedings of the 12th Minisymposium Verfahrenstechnik
Redakteure/-innenUlrich Hirn
Herausgeber (Verlag)Verlag der Technischen Universität Graz
Seiten221-226
ISBN (elektronisch)978-3-85125-456-3
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 30 Mär 2016

Dies zitieren

Holzer, G., Bol, J. B., Gamse, T., & Siebenhofer, M. (2016). Anthocyangewinnung aus der schwarzen Holunderbeere. in U. Hirn (Hrsg.), Conference Proceedings of the 12th Minisymposium Verfahrenstechnik (S. 221-226). Verlag der Technischen Universität Graz. https://doi.org/10.3217/978-3-85125-456-3

Anthocyangewinnung aus der schwarzen Holunderbeere. / Holzer, Günther; Bol, Jan Bernd; Gamse, Thomas; Siebenhofer, Matthäus.

Conference Proceedings of the 12th Minisymposium Verfahrenstechnik. Hrsg. / Ulrich Hirn. Verlag der Technischen Universität Graz, 2016. S. 221-226.

Publikation: Beitrag in Buch/Bericht/KonferenzbandBeitrag in einem KonferenzbandForschungBegutachtung

Holzer, G, Bol, JB, Gamse, T & Siebenhofer, M 2016, Anthocyangewinnung aus der schwarzen Holunderbeere. in U Hirn (Hrsg.), Conference Proceedings of the 12th Minisymposium Verfahrenstechnik. Verlag der Technischen Universität Graz, S. 221-226. https://doi.org/10.3217/978-3-85125-456-3
Holzer G, Bol JB, Gamse T, Siebenhofer M. Anthocyangewinnung aus der schwarzen Holunderbeere. in Hirn U, Hrsg., Conference Proceedings of the 12th Minisymposium Verfahrenstechnik. Verlag der Technischen Universität Graz. 2016. S. 221-226 https://doi.org/10.3217/978-3-85125-456-3
Holzer, Günther ; Bol, Jan Bernd ; Gamse, Thomas ; Siebenhofer, Matthäus. / Anthocyangewinnung aus der schwarzen Holunderbeere. Conference Proceedings of the 12th Minisymposium Verfahrenstechnik. Hrsg. / Ulrich Hirn. Verlag der Technischen Universität Graz, 2016. S. 221-226
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TY - GEN

T1 - Anthocyangewinnung aus der schwarzen Holunderbeere

AU - Holzer, Günther

AU - Bol, Jan Bernd

AU - Gamse, Thomas

AU - Siebenhofer, Matthäus

PY - 2016/3/30

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N2 - Schwarzer Holunder (Sambucus Nigra) hat als Naturprodukt wahrscheinlich die höchste Konzentration an Anthocyanen, insbesondere die Komponenten Cyanidin 3-O-glucoside, Cyanidin-3-O-sambubioside, Cyanidin 3-O-sambubioside 5-O-glucoside sowie Cyanidin 3,5-O-diglucoside sind reichlich enthalten. Bisher erfolgte die wirtschaftliche Verwertung in erster Linie in Form von Gesamtauszügen (Pressprodukten). Die steigende medizinische Bedeutung der Anthocyane auf Grund ihrer starken antioxidativen Kapazität steigert das Interesse an der Gewinnung der Einzelkomponenten. Die Extraktion von Anthocyanen erfolgt mit Hilfe angesäuerter Ethanol-Wasser Gemische als Lösemittel. Hinsichtlich der Vorbehandlung der Beeren für die Extraktion bewirkt für kurze Extraktionszeiten (<2500s) die Zerkleinerung eine höhere normierte Konzentration. Auf eine längere Extraktionszeit hinweg wirkt sich das Zerkleinern jedoch negativ auf die Selektivität aus, da mit steigender Extraktionszeit immer weniger Anthocyane gelöst werden. Das Einfrieren bzw. die Lagerung über einen längeren Zeitraum scheint einen negativen Effekt auf die in den Beeren enthaltene Menge an Anthocyanen zu haben. Für den Extrakt aus gefrorenen Beeren konnte eine normierte Konzentration von 4465mg/l nach 4800 Sekunden Extraktionszeit nachgewiesen werden. Die höchste normierte Konzentration an Anthocyanen wurde hingegen bei der Extraktion mit frischen ganzen Beeren ohne jegliche Vorbehandlung mit Ethanol erreicht. Es konnte ein normierter Wert von 6687 mg/l nach 4800 Sekunden nachgewiesen werden. Hinsichtlich der weiteren Aufreinigung des Extraktes bieten sich Methoden der präparativen Chromatographie an. Ein wenig erforschtes, jedoch vielversprechendes Verfahren für die Purifizierung der Extraktkomponenten stellt die Zentrifugalchromatographie dar.

AB - Schwarzer Holunder (Sambucus Nigra) hat als Naturprodukt wahrscheinlich die höchste Konzentration an Anthocyanen, insbesondere die Komponenten Cyanidin 3-O-glucoside, Cyanidin-3-O-sambubioside, Cyanidin 3-O-sambubioside 5-O-glucoside sowie Cyanidin 3,5-O-diglucoside sind reichlich enthalten. Bisher erfolgte die wirtschaftliche Verwertung in erster Linie in Form von Gesamtauszügen (Pressprodukten). Die steigende medizinische Bedeutung der Anthocyane auf Grund ihrer starken antioxidativen Kapazität steigert das Interesse an der Gewinnung der Einzelkomponenten. Die Extraktion von Anthocyanen erfolgt mit Hilfe angesäuerter Ethanol-Wasser Gemische als Lösemittel. Hinsichtlich der Vorbehandlung der Beeren für die Extraktion bewirkt für kurze Extraktionszeiten (<2500s) die Zerkleinerung eine höhere normierte Konzentration. Auf eine längere Extraktionszeit hinweg wirkt sich das Zerkleinern jedoch negativ auf die Selektivität aus, da mit steigender Extraktionszeit immer weniger Anthocyane gelöst werden. Das Einfrieren bzw. die Lagerung über einen längeren Zeitraum scheint einen negativen Effekt auf die in den Beeren enthaltene Menge an Anthocyanen zu haben. Für den Extrakt aus gefrorenen Beeren konnte eine normierte Konzentration von 4465mg/l nach 4800 Sekunden Extraktionszeit nachgewiesen werden. Die höchste normierte Konzentration an Anthocyanen wurde hingegen bei der Extraktion mit frischen ganzen Beeren ohne jegliche Vorbehandlung mit Ethanol erreicht. Es konnte ein normierter Wert von 6687 mg/l nach 4800 Sekunden nachgewiesen werden. Hinsichtlich der weiteren Aufreinigung des Extraktes bieten sich Methoden der präparativen Chromatographie an. Ein wenig erforschtes, jedoch vielversprechendes Verfahren für die Purifizierung der Extraktkomponenten stellt die Zentrifugalchromatographie dar.

U2 - 10.3217/978-3-85125-456-3

DO - 10.3217/978-3-85125-456-3

M3 - Beitrag in einem Konferenzband

SP - 221

EP - 226

BT - Conference Proceedings of the 12th Minisymposium Verfahrenstechnik

A2 - Hirn, Ulrich

PB - Verlag der Technischen Universität Graz

ER -