Wirkung chromatischer Lichträume im Kontext der Architektur

Research output: ThesisDoctoral ThesisResearch

Abstract

Ziel dieser Arbeit war es zu überprüfen, ob sich chromatische Lichtexposition in räumlichen Situationen auf den Menschen auswirken kann. Es wurde die Wirkungsweise von Licht auf Befinden und Raumwahrnehmung von verschiedenen Seiten betrachtet und systematisch untersucht, ausgehend von extrem chromatischen Lichtsituationen bis hin zur Untersuchung verschiedener Lichtfarben. Für die Präsentation der Lichtsituationen wurde der Maßstab des Menschen herangezogen und in 1:1 aufgebauten Mock-up-Räumen untersucht. Anhand von drei Studien wurden unterschiedliche Stimuli der Umwelt und der psychophysischen Ebene der Wahrnehmung und die damit einhergehende physiologische Bewertung in einem interdisziplinären Architekturkontext betrachtet. Es wurde versucht, einen Einblick in die Gesamtzusammenhänge des persönlichen Erlebens von Licht und des Einflusses auf die Wahrnehmung von Raum zu geben.

Die erste Studie fand in der Gruppe statt und beschäftigt sich mit den Grundlagen der Wahrnehmung von Körperfarben und der Befindlichkeit der Studienteilnehmer(innen). In sechs chromatischen und einem weißen Lichtraum, mit einer Expositionszeit von 90 Minuten, wurden Fragebögen beantwortet und Farbkärtchen zugeordnet. Da sich ein allgemeiner Einfluss der Studienteilnehmer(innen) auf die chromatische Lichtexposition zeigte, wurde die zweite Studie um die Messung der körperlichen Reaktionen der Herzratenvariabilität erweitert. In sechs chromatischen Lichträumen mit einer Expositionszeit von acht Minuten wurden die Befindlichkeit und die Raumwahrnehmung von Architekturmodellen anhand von Fragebögen und einer semantischen Bewertung abgefragt. Die Befragung der Studienteilnehmer(innen) wurde individuell durchgeführt. Die dritte Studie beschäftigt sich mit einer anwendungsorientierten Fragestellung im Shopkontext. Abgefragt wurden Raumwahrnehmung und Atmosphäre in unterschiedlichen Lichtfarben und Lichtverteilungen im Raum. Zusätzlich sollte eine physiologische Messung Aufschluss über körperliche Reaktionen der Herzratenvariabilität geben.

Bei der Zusammenführung der Daten aus dem psychologischen und physiologischen Teil der Studie bestätigte sich die Annahme, dass chromatisches Licht individuell auf den Menschen wirkt. Die vertretene Selbstverständlichkeit von Farbdesigner(inne)n, Blau würde beruhigend und Rot aktivierend wirken, ist zumindest im Bereich von Licht nicht mehr eindeutig nachvollziehbar und hat demnach keine allgemeine Gültigkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass es unterschiedliche Farb-Lichttypen gibt, welche nicht so einfach zu generalisieren sind.

Im Bereich der Forschung von chromatischem Licht in Realräumen sind wenige Studien im architektonischen Kontext bekannt. Da farbiges Licht eine große Präsenz in der Architektur haben kann, verlangt es gerade deshalb, bei einer sich schnell entwickelnden Lichttechnologie und einem immer größer werdenden Einsatzgebiet von chromatischem Licht im Architekturalltag, nach Folgeuntersuchungen in diesem Feld.
Original languageGerman
QualificationDoctor of Technology
Awarding Institution
  • Graz University of Technology (90000)
Supervisors/Advisors
  • Frank, Irmgard, Supervisor
  • Moser, Maximilian, Supervisor, External person
Award date4 Oct 2013
Publication statusPublished - 4 Oct 2013

Cite this

Wirkung chromatischer Lichträume im Kontext der Architektur. / Schulz, Birgit.

2013. 145 p.

Research output: ThesisDoctoral ThesisResearch

Schulz, B 2013, 'Wirkung chromatischer Lichträume im Kontext der Architektur', Doctor of Technology, Graz University of Technology (90000).
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abstract = "Ziel dieser Arbeit war es zu {\"u}berpr{\"u}fen, ob sich chromatische Lichtexposition in r{\"a}umlichen Situationen auf den Menschen auswirken kann. Es wurde die Wirkungsweise von Licht auf Befinden und Raumwahrnehmung von verschiedenen Seiten betrachtet und systematisch untersucht, ausgehend von extrem chromatischen Lichtsituationen bis hin zur Untersuchung verschiedener Lichtfarben. F{\"u}r die Pr{\"a}sentation der Lichtsituationen wurde der Ma{\ss}stab des Menschen herangezogen und in 1:1 aufgebauten Mock-up-R{\"a}umen untersucht. Anhand von drei Studien wurden unterschiedliche Stimuli der Umwelt und der psychophysischen Ebene der Wahrnehmung und die damit einhergehende physiologische Bewertung in einem interdisziplin{\"a}ren Architekturkontext betrachtet. Es wurde versucht, einen Einblick in die Gesamtzusammenh{\"a}nge des pers{\"o}nlichen Erlebens von Licht und des Einflusses auf die Wahrnehmung von Raum zu geben. Die erste Studie fand in der Gruppe statt und besch{\"a}ftigt sich mit den Grundlagen der Wahrnehmung von K{\"o}rperfarben und der Befindlichkeit der Studienteilnehmer(innen). In sechs chromatischen und einem wei{\ss}en Lichtraum, mit einer Expositionszeit von 90 Minuten, wurden Frageb{\"o}gen beantwortet und Farbk{\"a}rtchen zugeordnet. Da sich ein allgemeiner Einfluss der Studienteilnehmer(innen) auf die chromatische Lichtexposition zeigte, wurde die zweite Studie um die Messung der k{\"o}rperlichen Reaktionen der Herzratenvariabilit{\"a}t erweitert. In sechs chromatischen Lichtr{\"a}umen mit einer Expositionszeit von acht Minuten wurden die Befindlichkeit und die Raumwahrnehmung von Architekturmodellen anhand von Frageb{\"o}gen und einer semantischen Bewertung abgefragt. Die Befragung der Studienteilnehmer(innen) wurde individuell durchgef{\"u}hrt. Die dritte Studie besch{\"a}ftigt sich mit einer anwendungsorientierten Fragestellung im Shopkontext. Abgefragt wurden Raumwahrnehmung und Atmosph{\"a}re in unterschiedlichen Lichtfarben und Lichtverteilungen im Raum. Zus{\"a}tzlich sollte eine physiologische Messung Aufschluss {\"u}ber k{\"o}rperliche Reaktionen der Herzratenvariabilit{\"a}t geben.Bei der Zusammenf{\"u}hrung der Daten aus dem psychologischen und physiologischen Teil der Studie best{\"a}tigte sich die Annahme, dass chromatisches Licht individuell auf den Menschen wirkt. Die vertretene Selbstverst{\"a}ndlichkeit von Farbdesigner(inne)n, Blau w{\"u}rde beruhigend und Rot aktivierend wirken, ist zumindest im Bereich von Licht nicht mehr eindeutig nachvollziehbar und hat demnach keine allgemeine G{\"u}ltigkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass es unterschiedliche Farb-Lichttypen gibt, welche nicht so einfach zu generalisieren sind. Im Bereich der Forschung von chromatischem Licht in Realr{\"a}umen sind wenige Studien im architektonischen Kontext bekannt. Da farbiges Licht eine gro{\ss}e Pr{\"a}senz in der Architektur haben kann, verlangt es gerade deshalb, bei einer sich schnell entwickelnden Lichttechnologie und einem immer gr{\"o}{\ss}er werdenden Einsatzgebiet von chromatischem Licht im Architekturalltag, nach Folgeuntersuchungen in diesem Feld.",
author = "Birgit Schulz",
year = "2013",
month = "10",
day = "4",
language = "deutsch",
school = "Technische Universit{\"a}t Graz (90000)",

}

TY - THES

T1 - Wirkung chromatischer Lichträume im Kontext der Architektur

AU - Schulz, Birgit

PY - 2013/10/4

Y1 - 2013/10/4

N2 - Ziel dieser Arbeit war es zu überprüfen, ob sich chromatische Lichtexposition in räumlichen Situationen auf den Menschen auswirken kann. Es wurde die Wirkungsweise von Licht auf Befinden und Raumwahrnehmung von verschiedenen Seiten betrachtet und systematisch untersucht, ausgehend von extrem chromatischen Lichtsituationen bis hin zur Untersuchung verschiedener Lichtfarben. Für die Präsentation der Lichtsituationen wurde der Maßstab des Menschen herangezogen und in 1:1 aufgebauten Mock-up-Räumen untersucht. Anhand von drei Studien wurden unterschiedliche Stimuli der Umwelt und der psychophysischen Ebene der Wahrnehmung und die damit einhergehende physiologische Bewertung in einem interdisziplinären Architekturkontext betrachtet. Es wurde versucht, einen Einblick in die Gesamtzusammenhänge des persönlichen Erlebens von Licht und des Einflusses auf die Wahrnehmung von Raum zu geben. Die erste Studie fand in der Gruppe statt und beschäftigt sich mit den Grundlagen der Wahrnehmung von Körperfarben und der Befindlichkeit der Studienteilnehmer(innen). In sechs chromatischen und einem weißen Lichtraum, mit einer Expositionszeit von 90 Minuten, wurden Fragebögen beantwortet und Farbkärtchen zugeordnet. Da sich ein allgemeiner Einfluss der Studienteilnehmer(innen) auf die chromatische Lichtexposition zeigte, wurde die zweite Studie um die Messung der körperlichen Reaktionen der Herzratenvariabilität erweitert. In sechs chromatischen Lichträumen mit einer Expositionszeit von acht Minuten wurden die Befindlichkeit und die Raumwahrnehmung von Architekturmodellen anhand von Fragebögen und einer semantischen Bewertung abgefragt. Die Befragung der Studienteilnehmer(innen) wurde individuell durchgeführt. Die dritte Studie beschäftigt sich mit einer anwendungsorientierten Fragestellung im Shopkontext. Abgefragt wurden Raumwahrnehmung und Atmosphäre in unterschiedlichen Lichtfarben und Lichtverteilungen im Raum. Zusätzlich sollte eine physiologische Messung Aufschluss über körperliche Reaktionen der Herzratenvariabilität geben.Bei der Zusammenführung der Daten aus dem psychologischen und physiologischen Teil der Studie bestätigte sich die Annahme, dass chromatisches Licht individuell auf den Menschen wirkt. Die vertretene Selbstverständlichkeit von Farbdesigner(inne)n, Blau würde beruhigend und Rot aktivierend wirken, ist zumindest im Bereich von Licht nicht mehr eindeutig nachvollziehbar und hat demnach keine allgemeine Gültigkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass es unterschiedliche Farb-Lichttypen gibt, welche nicht so einfach zu generalisieren sind. Im Bereich der Forschung von chromatischem Licht in Realräumen sind wenige Studien im architektonischen Kontext bekannt. Da farbiges Licht eine große Präsenz in der Architektur haben kann, verlangt es gerade deshalb, bei einer sich schnell entwickelnden Lichttechnologie und einem immer größer werdenden Einsatzgebiet von chromatischem Licht im Architekturalltag, nach Folgeuntersuchungen in diesem Feld.

AB - Ziel dieser Arbeit war es zu überprüfen, ob sich chromatische Lichtexposition in räumlichen Situationen auf den Menschen auswirken kann. Es wurde die Wirkungsweise von Licht auf Befinden und Raumwahrnehmung von verschiedenen Seiten betrachtet und systematisch untersucht, ausgehend von extrem chromatischen Lichtsituationen bis hin zur Untersuchung verschiedener Lichtfarben. Für die Präsentation der Lichtsituationen wurde der Maßstab des Menschen herangezogen und in 1:1 aufgebauten Mock-up-Räumen untersucht. Anhand von drei Studien wurden unterschiedliche Stimuli der Umwelt und der psychophysischen Ebene der Wahrnehmung und die damit einhergehende physiologische Bewertung in einem interdisziplinären Architekturkontext betrachtet. Es wurde versucht, einen Einblick in die Gesamtzusammenhänge des persönlichen Erlebens von Licht und des Einflusses auf die Wahrnehmung von Raum zu geben. Die erste Studie fand in der Gruppe statt und beschäftigt sich mit den Grundlagen der Wahrnehmung von Körperfarben und der Befindlichkeit der Studienteilnehmer(innen). In sechs chromatischen und einem weißen Lichtraum, mit einer Expositionszeit von 90 Minuten, wurden Fragebögen beantwortet und Farbkärtchen zugeordnet. Da sich ein allgemeiner Einfluss der Studienteilnehmer(innen) auf die chromatische Lichtexposition zeigte, wurde die zweite Studie um die Messung der körperlichen Reaktionen der Herzratenvariabilität erweitert. In sechs chromatischen Lichträumen mit einer Expositionszeit von acht Minuten wurden die Befindlichkeit und die Raumwahrnehmung von Architekturmodellen anhand von Fragebögen und einer semantischen Bewertung abgefragt. Die Befragung der Studienteilnehmer(innen) wurde individuell durchgeführt. Die dritte Studie beschäftigt sich mit einer anwendungsorientierten Fragestellung im Shopkontext. Abgefragt wurden Raumwahrnehmung und Atmosphäre in unterschiedlichen Lichtfarben und Lichtverteilungen im Raum. Zusätzlich sollte eine physiologische Messung Aufschluss über körperliche Reaktionen der Herzratenvariabilität geben.Bei der Zusammenführung der Daten aus dem psychologischen und physiologischen Teil der Studie bestätigte sich die Annahme, dass chromatisches Licht individuell auf den Menschen wirkt. Die vertretene Selbstverständlichkeit von Farbdesigner(inne)n, Blau würde beruhigend und Rot aktivierend wirken, ist zumindest im Bereich von Licht nicht mehr eindeutig nachvollziehbar und hat demnach keine allgemeine Gültigkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass es unterschiedliche Farb-Lichttypen gibt, welche nicht so einfach zu generalisieren sind. Im Bereich der Forschung von chromatischem Licht in Realräumen sind wenige Studien im architektonischen Kontext bekannt. Da farbiges Licht eine große Präsenz in der Architektur haben kann, verlangt es gerade deshalb, bei einer sich schnell entwickelnden Lichttechnologie und einem immer größer werdenden Einsatzgebiet von chromatischem Licht im Architekturalltag, nach Folgeuntersuchungen in diesem Feld.

M3 - Dissertation

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