Sommerlicher Wärmeschutz im Klimawandel: Einfluss der Bauweise und weiterer Faktoren

Daniel Rüdisser, Heinz Ferk, Edina Majdanac, Gregor Riederer

Research output: Contribution to journalSpecial issueResearch

Abstract

Richtig bauen im Klimawandel stellt eine zentrale Herausforderung unserer Zeit dar. Die wesentlichen Risikofaktoren der Überwärmung in Räumen und deren Vermeidung zu untersuchen, war das Ziel der Forschungsarbeit „riopt – Risiko-optimiertes Bauen im Klimawandel“. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und den Ergebnissen der prognostischen Klimamodelle, die für Österreich einen Anstieg der sommerlichen Temperaturen, vermehrte Hitzetage und ausgedehnte Hitzeperioden vorhersagen, ist eine sofortige Untersuchung dieses Themas essenziell, um eine Hilfestellung für Architekten und Planer bieten zu können. Die Gebäude, die wir heute bauen und sanieren, sind bereits jetzt und werden in zunehmendem Maße von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein.
Wesentlich wird es auch sein, den Energieeinsatz für ein behagliches Sommerklima in den Gebäuden so gering wie möglich zu halten. Betrachtet man die Ursachen des Klimawandels, so sollte dieses Ziel, wo immer möglich, gänzlich ohne den Einsatz energieintensiver Klimatisierung erreicht werden. Das Klima in Mitteleuropa bietet hierfür auch künftig gute Bedingungen, insbesondere dort, wo auch unter Einbeziehung der Klimaprognosen an der überwiegenden Zahl der Sommertage eine nächtliche Abkühlung unter 20 °C vorausgesetzt werden kann. Somit steht ein begrenztes, aber nutzbares Potenzial zur „natürlichen“ Wärmeabfuhr zur Verfügung, das jedenfalls ausgeschöpft werden sollte. Ungünstiger stellt sich dies in den Ballungsräumen und überall dort dar, wo mit einem deutlichen Anstieg der Anzahl der Tropennächte zu rechnen ist. Welche Sensitivitäten und Voraussetzungen zu beachten sind und inwieweit die Bauweise dabei eine Rolle spielt, wurde in diesem Forschungsprojekt untersucht. Die zentralen Erkenntnisse daraus werden auf den folgenden Seiten dargelegt.
Aus der Vielzahl der Ergebnisse der parametrisierten Gebäudesimulationen kristallisiert sich heraus, dass dem Sonnenschutz hier entscheidende Bedeutung zukommt, weil dieser unabhängig von Bauweise, Nutzung und Standort dafür sorgen kann, dass die Wärmebelastung des Gebäudes minimiert wird. Soll in weiterer Folge zur Kühlung die klimaneutrale Methode der natürlichen Lüftung eingesetzt werden, so gilt es auch, die Voraussetzungen für einen effektiven Luftwechsel zu schaffen.
Abschließend wird auch auf diese Aspekte näher eingegangen, um mögliche Stoßrichtungen für eine planerische Optimierung und erforderliche Entwicklungsarbeit aufzuzeigen. Hier ist noch weitere wichtige Forschungsarbeit zu leisten, um Industrie, Planer und Nutzer bestmöglich dabei zu unterstützen, sowohl den Auswirkungen als auch den Ursachen des Klimawandels effektiv begegnen zu können.
Original languageGerman
Number of pages24
JournalZuschnitt
Volumeatt.zuschnitt 1 / 2016
Publication statusPublished - 1 Jun 2016

Keywords

    ASJC Scopus subject areas

    • Building and Construction
    • Renewable Energy, Sustainability and the Environment

    Fields of Expertise

    • Sustainable Systems

    Cite this

    Rüdisser, D., Ferk, H., Majdanac, E., & Riederer, G. (2016). Sommerlicher Wärmeschutz im Klimawandel: Einfluss der Bauweise und weiterer Faktoren. Zuschnitt, att.zuschnitt 1 / 2016.

    Sommerlicher Wärmeschutz im Klimawandel : Einfluss der Bauweise und weiterer Faktoren. / Rüdisser, Daniel; Ferk, Heinz; Majdanac, Edina; Riederer, Gregor.

    In: Zuschnitt, Vol. att.zuschnitt 1 / 2016, 01.06.2016.

    Research output: Contribution to journalSpecial issueResearch

    Rüdisser, D, Ferk, H, Majdanac, E & Riederer, G 2016, 'Sommerlicher Wärmeschutz im Klimawandel: Einfluss der Bauweise und weiterer Faktoren' Zuschnitt, vol. att.zuschnitt 1 / 2016.
    Rüdisser D, Ferk H, Majdanac E, Riederer G. Sommerlicher Wärmeschutz im Klimawandel: Einfluss der Bauweise und weiterer Faktoren. Zuschnitt. 2016 Jun 1;att.zuschnitt 1 / 2016.
    Rüdisser, Daniel ; Ferk, Heinz ; Majdanac, Edina ; Riederer, Gregor. / Sommerlicher Wärmeschutz im Klimawandel : Einfluss der Bauweise und weiterer Faktoren. In: Zuschnitt. 2016 ; Vol. att.zuschnitt 1 / 2016.
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    TY - JOUR

    T1 - Sommerlicher Wärmeschutz im Klimawandel

    T2 - Einfluss der Bauweise und weiterer Faktoren

    AU - Rüdisser, Daniel

    AU - Ferk, Heinz

    AU - Majdanac, Edina

    AU - Riederer, Gregor

    PY - 2016/6/1

    Y1 - 2016/6/1

    N2 - Richtig bauen im Klimawandel stellt eine zentrale Herausforderung unserer Zeit dar. Die wesentlichen Risikofaktoren der Überwärmung in Räumen und deren Vermeidung zu untersuchen, war das Ziel der Forschungsarbeit „riopt – Risiko-optimiertes Bauen im Klimawandel“. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und den Ergebnissen der prognostischen Klimamodelle, die für Österreich einen Anstieg der sommerlichen Temperaturen, vermehrte Hitzetage und ausgedehnte Hitzeperioden vorhersagen, ist eine sofortige Untersuchung dieses Themas essenziell, um eine Hilfestellung für Architekten und Planer bieten zu können. Die Gebäude, die wir heute bauen und sanieren, sind bereits jetzt und werden in zunehmendem Maße von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein.Wesentlich wird es auch sein, den Energieeinsatz für ein behagliches Sommerklima in den Gebäuden so gering wie möglich zu halten. Betrachtet man die Ursachen des Klimawandels, so sollte dieses Ziel, wo immer möglich, gänzlich ohne den Einsatz energieintensiver Klimatisierung erreicht werden. Das Klima in Mitteleuropa bietet hierfür auch künftig gute Bedingungen, insbesondere dort, wo auch unter Einbeziehung der Klimaprognosen an der überwiegenden Zahl der Sommertage eine nächtliche Abkühlung unter 20 °C vorausgesetzt werden kann. Somit steht ein begrenztes, aber nutzbares Potenzial zur „natürlichen“ Wärmeabfuhr zur Verfügung, das jedenfalls ausgeschöpft werden sollte. Ungünstiger stellt sich dies in den Ballungsräumen und überall dort dar, wo mit einem deutlichen Anstieg der Anzahl der Tropennächte zu rechnen ist. Welche Sensitivitäten und Voraussetzungen zu beachten sind und inwieweit die Bauweise dabei eine Rolle spielt, wurde in diesem Forschungsprojekt untersucht. Die zentralen Erkenntnisse daraus werden auf den folgenden Seiten dargelegt. Aus der Vielzahl der Ergebnisse der parametrisierten Gebäudesimulationen kristallisiert sich heraus, dass dem Sonnenschutz hier entscheidende Bedeutung zukommt, weil dieser unabhängig von Bauweise, Nutzung und Standort dafür sorgen kann, dass die Wärmebelastung des Gebäudes minimiert wird. Soll in weiterer Folge zur Kühlung die klimaneutrale Methode der natürlichen Lüftung eingesetzt werden, so gilt es auch, die Voraussetzungen für einen effektiven Luftwechsel zu schaffen. Abschließend wird auch auf diese Aspekte näher eingegangen, um mögliche Stoßrichtungen für eine planerische Optimierung und erforderliche Entwicklungsarbeit aufzuzeigen. Hier ist noch weitere wichtige Forschungsarbeit zu leisten, um Industrie, Planer und Nutzer bestmöglich dabei zu unterstützen, sowohl den Auswirkungen als auch den Ursachen des Klimawandels effektiv begegnen zu können.

    AB - Richtig bauen im Klimawandel stellt eine zentrale Herausforderung unserer Zeit dar. Die wesentlichen Risikofaktoren der Überwärmung in Räumen und deren Vermeidung zu untersuchen, war das Ziel der Forschungsarbeit „riopt – Risiko-optimiertes Bauen im Klimawandel“. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und den Ergebnissen der prognostischen Klimamodelle, die für Österreich einen Anstieg der sommerlichen Temperaturen, vermehrte Hitzetage und ausgedehnte Hitzeperioden vorhersagen, ist eine sofortige Untersuchung dieses Themas essenziell, um eine Hilfestellung für Architekten und Planer bieten zu können. Die Gebäude, die wir heute bauen und sanieren, sind bereits jetzt und werden in zunehmendem Maße von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein.Wesentlich wird es auch sein, den Energieeinsatz für ein behagliches Sommerklima in den Gebäuden so gering wie möglich zu halten. Betrachtet man die Ursachen des Klimawandels, so sollte dieses Ziel, wo immer möglich, gänzlich ohne den Einsatz energieintensiver Klimatisierung erreicht werden. Das Klima in Mitteleuropa bietet hierfür auch künftig gute Bedingungen, insbesondere dort, wo auch unter Einbeziehung der Klimaprognosen an der überwiegenden Zahl der Sommertage eine nächtliche Abkühlung unter 20 °C vorausgesetzt werden kann. Somit steht ein begrenztes, aber nutzbares Potenzial zur „natürlichen“ Wärmeabfuhr zur Verfügung, das jedenfalls ausgeschöpft werden sollte. Ungünstiger stellt sich dies in den Ballungsräumen und überall dort dar, wo mit einem deutlichen Anstieg der Anzahl der Tropennächte zu rechnen ist. Welche Sensitivitäten und Voraussetzungen zu beachten sind und inwieweit die Bauweise dabei eine Rolle spielt, wurde in diesem Forschungsprojekt untersucht. Die zentralen Erkenntnisse daraus werden auf den folgenden Seiten dargelegt. Aus der Vielzahl der Ergebnisse der parametrisierten Gebäudesimulationen kristallisiert sich heraus, dass dem Sonnenschutz hier entscheidende Bedeutung zukommt, weil dieser unabhängig von Bauweise, Nutzung und Standort dafür sorgen kann, dass die Wärmebelastung des Gebäudes minimiert wird. Soll in weiterer Folge zur Kühlung die klimaneutrale Methode der natürlichen Lüftung eingesetzt werden, so gilt es auch, die Voraussetzungen für einen effektiven Luftwechsel zu schaffen. Abschließend wird auch auf diese Aspekte näher eingegangen, um mögliche Stoßrichtungen für eine planerische Optimierung und erforderliche Entwicklungsarbeit aufzuzeigen. Hier ist noch weitere wichtige Forschungsarbeit zu leisten, um Industrie, Planer und Nutzer bestmöglich dabei zu unterstützen, sowohl den Auswirkungen als auch den Ursachen des Klimawandels effektiv begegnen zu können.

    KW - Sommerlicher Wärmeschutz

    KW - Speicherwirksame Masse

    KW - Sommerliche Überwärmung

    KW - Klimawandel

    KW - Holzrahmenbau

    KW - Ziegelbauweise

    KW - Stahlbetonbau

    KW - Brettsperrholz

    KW - Gebäudesimulation

    KW - Sonnenschutz

    KW - Lüftung

    KW - Natürlicher Luftwechsel

    UR - http://www.proholz.at/shop/publikation-detail/kategorie/attzuschnittarbeitsheft/produkt/sommerlicher-waermeschutz-im-klimawandel/

    UR - http://www.proholz.at/fileadmin/flippingbooks/att-waermeschutz-klimawandel/

    UR - http://www.proholz.at/fileadmin/flippingbooks/att-waermeschutz-klimawandel/files/assets/common/downloads/publication.pdf

    M3 - Sonderheft

    VL - att.zuschnitt 1 / 2016

    JO - Zuschnitt

    JF - Zuschnitt

    SN - 1608-9642

    ER -