Structural Evolution of the Koralm Complex

Project: Research area

Description

Die Entwicklung des Koralmkomplexes vor und während der Oberkreide ist durch petrologische Daten und Studien sehr gut belegt. Diese petrologischen Studien, inklusive geochronologischer Arbeiten, erlaubten eine relativ genaue Eingrenzung eines Druck-Temperatur-Zeit-Pfades vom Perm bis in die Oberkreide. Erst in den letzten Jahren konnte die tektonische Entwicklung des Koralm-Komplexes während der Oberkreide rekonstruiert werden. Dabei konnte gezeigt werden, dass die Exhumation der Hochdruckgesteine des Koralm-Komplexes (vor allem der Eklogite) an eine extensionale Scherzone („Plattengneis-Scherzone“) gebunden ist, die bereits unter Hochdruck-Bedingungen aktiviert wurde. Anschliessend, unter geringeren Metamorphosebedingungen im Bereich der Grünschieferfazies, ist die Exhumation des Koralm-Komplexes an eine Abschiebung gebunden, die den tektonischen Kontakt zwischen Koralm-Komplex und dem südlich davon gelegenen Plankogel-Komplex darstellt. Analog kann man im Nordostteil des Koralm-Komplexes einen Abschiebungskontakt mit dem Grazer Paläozoikum feststellen. An diese Abschiebungen sind auch die Gosaubecken gebunden, die mit Oberkreide-Sedimenten gefüllt sind. Somit besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der strukturellen Entwicklung der Plattengneis-Scherzone, der Exhumation der Hochdruckgesteine, und der Bildung der Gosaubecken. Die Entwicklung des Koralm-Komplexes nach der Oberkreide, unter niedriggradigen Metamorphosebedingungen, ist leider durch Daten wenig belegt.
StatusFinished
Effective start/end date1/01/0031/01/05