OPTIMA - Offene Praktiken, Transparenz und Integrität für die moderne akademische Welt

Projekt: Foschungsprojekt

Projektdetails

Beschreibung

Das Projekt OPTIMA zielt darauf ab, die Qualität akademischer Forschung und Lehre in der Ukraine durch die gezielte Einführung von Open Science-Praktiken zu verbessern und die Transparenz des Forschungs-, Publikations- und Evaluierungsprozesses zu steigern. Open Science-Praktiken werden demnach als Qualitätssicherungsprozess aufgefasst, die entsprechenden Softwarelösungen und Prozesse als entsprechende Mechanismen.
Die ukrainische Universitätslandschaft weist strukturelle Defizite auf, darunter fehlende Mechanismen zur Qualitätssicherung und fehlende Internationalisierung. Beides wirkt sich negativ auf Bildungserfolge aus und reduziert das Potenzial des Landes. Zugleich leidet das Bildungssystem nach wie vor unter den Folgen des Konflikts mit Russland in der Ostukraine. Der Begriff der “vertriebenen Universitäten” beschreibt die Situation, dass seit 2014 insgesamt 18 ukrainische Universitäten aus den besetzten Gebieten vertrieben wurden, die allerdings nach wie vor Lehre und Forschung anbieten und insgesamt etwa 40 000 Studierenden und 3 500 Lehrenden Platz bieten.
Die Probleme in der Qualitätssicherung und der wissenschaftlichen Integrität bleiben trotz dieses Erfolges bestehen. Wissenschaftliches Fehlverhalten stellt ein besonders großes Problem an ukrainischen Hochschulen dar, bspw. Schummeln, Plagiate, und Ghostwriting wissenschaftlicher Arbeiten. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach Mechanismen zur Qualitätssicherung und Wahrung der wissenschaftlichen Integrität.
Transparenz stellt eine Kernforderung der Open Science-Bewegung dar, die vor allem als Mittel zum Zweck (mehr wissenschaftliche Integrität, höhere Qualität der Forschung) aufzufassen ist. Open Science hat in den letzten Jahren sehr viel Anerkennung, auch auf EU-Ebene, erfahren. Diese Ziele sind auch im ukrainischen Kontext von höchster Bedeutung und lassen sich im weiteren akademischen Kontext als Forderung nach größtmöglicher wissenschaftlicher Integrität auffassen, die durch eine Änderung der Kultur und Forschungspraxis für alle (Lehrende, Forschende, Studierende) erreicht werden kann. Das gegenwärtige “Open Science-Vakuum” lässt sich auf diese Art als Chance auffassen, die Situation in der Ukraine durch Übernahme europäischer Open Science-Best Practices zu verbessern. Die hier vorgeschlagene Strategie besteht also darin, offene, transparente Forschungspraktiken in der Ukraine zu forcieren mit Ziel, die Integrität und Qualität von akademischer Forschung und Bildung zu steigern.
OPTIMA geht davon aus, dass Open Peer Review (OPR) das größte Potenzial aufweist, diese Ziele zu erreichen. OPR verspricht sowohl mehr Transparenz für wissenschaftliche Begutachtungsprozesse als auch hands-on Lernprozesse für Early Career Researcher, den Aufbau neuer Skills unter der Aufsicht internationaler (Open Science) Experten. OPTIMA wird eine solche OPR-Plattform entwickeln und implementieren und eine internationale Community von Evaluatoren aufbauen. In Kombination mit disziplinspezifischen Open Science-Kursen für die ukrainischen Projektpartner zielt die OPR-Plattform darauf ab, den avisierten Wandel in Richtung mehr Transparenz anzustoßen.
StatusLaufend
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende15/01/2114/01/24