LOPT-GNSS - Löschleitungsoptimierung mit GNSS

Projekt: Foschungsprojekt

Beschreibung

Schäden an Sachwerten in der Höhe von hunderten Millionen Euro und sogar Menschenleben sind die zählbaren Auswirkungen auf die Volkswirtschaft bei Bränden von Wald und Bauten. In urbanen und suburbanen Gebieten ist die Löschwasserversorgung durch die kommunale Infrastruktur meist sehr gut ausgebaut. Das große Problem bei Bränden in exponierten Lagen ist die schwierige Löschwasserversorgung im betroffenen Schadensgebiet. Gerade im alpinen Raum stoßen die Feuerwehrleute durch die schwer zugängliche und einschätzbare Topographie auf Probleme bei ihren Brandeinsätzen. Scheint der Einsatz kurz, wird die Wasserversorgung von Tanklöschfahrzeugen im Pendelverkehr übernommen. Ist eine lange Einsatzdauer zu erwarten oder es besteht kein adäquates Straßennetz, so werden Schlauchleitungen, die Löschwasser in das Einsatzgebiet fördern, verlegt. Diese Löschleitungen, im Fachjargon als Zubringleitung bezeichnet, müssen durch den Einsatz von mehreren benzinbetriebenen Pumpen im unwegsamen Gelände und teils mit großen Höhenunterschieden zum Brandobjekt realisiert werden. Die Fehleinschätzung der Topographie sowie die im Einsatz zeitlich nicht durchführbare Leitungsberechnung führen im schlimmsten Fall zu keiner Förderung von Löschwasser über lange Wegstrecken.
Im Projekt LOPT-GNSS wurde ein Demonstrator entwickelt, der den Aufbau der Zubringleitungen rasch und leistungsfähig im unbekannten und unwegsamen Gelände sicherstellt. Als Projektpartner hatten sich die GeoMatica (Bereiche Projektleitung, Elektronik, Navigation), das Institut für Geoinformation (Bereiche Geoinformation, SW Programmierung) und Feuerwehrtechnik Lang (Bereiche Applikationswissen, Testszenarien) zusammengeschlossen. Bei langen Löschleitungen sind die Pumpenstandorte in Abhängigkeit der Schlauchlängen und Höhenunterschiede, sowie der Pumpenleistungsfähigkeit festzulegen. Als Lösung wurde ein Applet für Android-Smartphones geschrieben und eine GIS Unterstützung implementiert. Dabei liefert die Satellitennavigation die aktuelle Positionsinformation. Zur Verbesserung der Höheninformation werden Daten des internen Barometers hinzugezogen. Die relative Höheninformation ist insofern wichtig, da die Höhe um den Faktor 10 stärker in die Verlustberechnung der Zubringleitung eingeht als die Position. Um Smartphones ohne Barometer zu unterstützen, wurde eine Sensorbox mit einem Barometer und Bluetooth-Anbindung entwickelt. Das innovative Applet berechnet in Echtzeit aus den vorliegenden dreidimensionalen Koordinaten die Standorte zwischen den Pumpen. Eine nach Nutzeranforderungen erstellte Bedienungsoberfläche ermöglicht verschiedene Betriebsmodi und Darstellungen der Situation. Dazu zählen Auswahl unterschiedlicher Pumpen und deren Förderleistungen, verschiedene Schlauchtypen und Einsatzszenarien. Die berechneten Pumpenstandorte mit Schlauch- und Pumpenangabe werden weiteren Löschgruppen über eine Serverstruktur mitgeteilt. Diese können dann im Einsatzgebiet zu den Pumpenstandorten navigieren. Gerätschaften werden in ausreichender Menge ohne Zeitverlust aufgebaut. Mit Einsatz des LOPT-GNSS Systems wird weniger Personal gebunden, die Orientierung im unwegsamen Gelände sicherer gemacht und eine schnellere und leistungsfähigere Löschwasserförderung unterstützt. Die technische Umsetzung wurde im Zuge von Einsatzübungen durch die Feuerwehren eingehend getestet und die Ergebnisse ausreichend dokumentiert. Ausgehend von diesen Erkenntnissen soll aus dem Demonstratorsystem ein Prototyp geschaffen werden. Der Prototyp wird gerade einem Endtest unterzogen. In wenigen Wochen soll das Applet dann über entsprechende App-Märkte zum Verkauf angeboten werden.
StatusAbschlussdatum
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende1/02/1231/05/13