Honest - Wenn Lügner als ehrlich gelten: Verschiedene Logiken der politischen Ehrlichkeit verstehen

Projekt: Foschungsprojekt

Projektdetails

Beschreibung

Zahlreiche Indikatoren deuten darauf hin, dass die Demokratie weltweit bedroht ist, wobei Fehlinformationen als eines der Hauptprobleme genannt werden. Fehlinformationen sind nicht nur deshalb beunruhigend, weil sie im Gedächtnis haften bleiben selbst wenn die Menschen wissen, dass sie korrigiert wurden, sondern auch, weil die Menschen unter bestimmten Umständen dazu übergehen, Ungenauigkeit als ein Zeichen von "Authentizität" zu betrachten und zu schätzen. In einer populistischen Logik verletzen eklatante Lügen die Norm des "Establishments" in Bezug auf Genauigkeit und signalisieren so die "Authentizität" eines Verfechters des "Volkes". Ein lügender Politiker kann als "ehrlich" angesehen werden, weil er authentisch "seine Meinung sagt".
Ein solches "belief-speaking" ist eine Komponente eines dreiteiligen Modells der Ehrlichkeit, das von den Geldgebern entwickelt wurde (siehe Abbildung) und nur die Überzeugungen und Gefühle des Sprechers einbezieht, unabhängig von der sachlichen Richtigkeit. Für eine Demokratie ist das "Glaubenssprechen" problematisch, weil es den Führern erlaubt, "ehrlich" über ihre Überzeugungen zu sprechen, ohne eine gemeinsame Basis auf der Grundlage des tatsächlichen Zustands der Welt zu suchen.
Wir brauchen daher dringend ein besseres Verständnis dessen, was als politisch "ehrlich" gilt und unter welchen Umständen. Im Rahmen des dreigliedrigen Modells erfordert diese Suche die Erkundung des Gleichgewicht zwischen den drei Komponenten. Wir gehen dieser Suche rechnerisch nach, indem wir große Datenanalysen und Textmodellierung von Korpora verwenden.
StatusLaufend
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende1/10/2130/09/23