FWF - Motion Correction - Mathematische Methoden für bewegungs-angepasste medizinische Bildgebung

Projekt: Foschungsprojekt

Beschreibung

Das beantrage Projekt ist auf der Schnittstelle zwischen mathematischer und medizintechnischer Forschung angesiedelt und zielt darauf ab, die Grundlage für den Transfer von neuartigen mathematischen Methoden für bewegungsangepasste tomographische Bildgebung in kommerzielle Anwendungen zu schaffen. Tomographische Geräte, insbesondere Magnetresonanzbildgebung
(MRI), stellen wesentliche diagnostische Werkzeuge in der modernen Medizin dar. Sie erlauben die nicht-invasive Visualisierung von Organen und Gewebe in Körperinneren und liefern wertvolle Information, z.B., in der Frühdiagnostik und Therapieplanung. Der Schlüssel, der tomographische
Bildgebung ermöglicht, ist die Rekonstruktion von Bildern im Inneren aufgrund von Messungen außerhalb des Objekts. Dieses stellt eine mathematische Aufgabe dar, dessen Lösung in jedem tomographischen Gerät umgesetzt ist.
Die Forschung in diesem Projekt richtet sich an eine der großen Herausforderungen für moderne tomographische Geräte: Die schnelle und effiziente Rekonstruktion von Dynamik und
Patientenbewegung. Momentan verhindern physikalische Geschwindigkeitsgrenzen in der Datenaufnahme solche bewegungsangepasste Bildgebung. Insbesondere in MRI verursacht Patientenbewegung während der Aufnahme ernsthafte Artefakte in den Rekonstruktionen und macht
die Wiederholung von Messungen nötig. Noch wichtiger sind Situationen in denen man Dynamik zu diagnostischen Zwecken abbilden möchte, so wie das Pumpen und der Blutfluss im Herzen. Da diese Dynamik schneller als das Messgerät ist, ist die entsprechende Bildgebung momentan nur mit starken Einschränkungen möglich, wie langes Atem anhalten, hohe Untersuchungszeiten oder mit Beschwerden seitens des Patienten. Da physikalische Grenzen im Spiel sind, stößt technologischer Fortschritt an seine Grenzen und weitere Verbesserungen lassen sich nur durch anspruchsvollere
Bildrekonstruktionstechniken erzielen. Dafür ist mathematische Grundlagenforschung unverzichtbar und bringt großes Potential hervor, augenblickliche Möglichkeiten in der medizinischen Bildgebung wesentlich zu erweitern. Diesbezüglich sind, durch Fortschritt in der mathematischen Theorie des optimalen Transports, neue Techniken hervorgekommen, die vielversprechend für die Anwendung auf
bewegungsangepasste medizinische Bildgebung sind.
Es ist das Ziel dieses Projektes, die notwendigen Schritte auszuführen, um diese neu hervorgekommenen mathematischen Techniken in konkrete Anwendung für bewegungsangepasstes MRI zu bringen. Dabei wird auf den vorigen Arbeiten und den Erfahrungen der beteiligten
Forschungsgruppen aufgebaut. Das Projekt stellt ein neues Konzept in den Mittelpunkt, welches gleichzeitig Bewegung und Bildinhalt schätzt und hat das Potential, die vielen praktischen
Einschränkungen existierender Methoden zu überwinden, sowie neue Horizonte für diagnostische Bildgebung zu öffnen. Die vorgeschlagene Heransgehensweise soll in einer gemeinsamen
Anstrengung der mathematischen und medizintechnischen Projektpartner zu einem Niveau entwickelt werden, in dem sie bequem in der klinischen Praxis und für potenzielle klinische
Forschungsstudien verwendet werden kann. Ihre etwaige Umsetzung in tomographischen Geräten kann jedoch nicht ohne Industriekooperation erreicht werden. Das Projekt beabsichtigt daher insbesondere, die Grundlage für Unternehmenspartnerschaften in den medizintechnischen und
tomographisch-bildgebenden Geschäftsbereichen zu schaffen.
StatusLaufend
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende1/12/1731/03/20