FWF - GPCR - Regulierung von alpha-Arrestinen in der Endozytose von GPCRs

Projekt: Foschungsprojekt

Beschreibung

G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCRs) sind komplexe Membranproteine, die bereits sehr früh in der Evolution entstanden sind. Deshalb findet man sie in den Plasmamembranen aller eukaryotischer Organismen – angefangen bei einzelligen Mikroben wie Hefen bis zu humanen Zellen. Ihre Hauptfunktion besteht darin, wie Antennen auf diverse extrazelluläre Stimuli zu reagieren und somit eine gezielte Reaktion der Zelle auszulösen. Im menschlichen Körper sind sie, vereinfacht ausgedrückt, dafür verantwortlich, dass wir sehen, riechen, schmecken und fühlen können. Medizinisch betrachtet sind GPCRs Angriffsziele vieler aktuell eingesetzter Therapeutika. Werden diese GPCRs jedoch durch medizinische Langzeitbehandlungen längerfristig stimuliert, kann dies zu Entzündungen oder schlimmstenfalls sogar zu unterschiedlichen Krebsarten führen. Die Evolution hat deshalb vielseitige und
außergewöhnliche regulatorische Mechanismen entwickelt, um solch extensive Signalweiterleitungen zu unterbinden. Es wurden jüngst spezielle Adaptormoleküle, sogenannte alpha-Arrestine, entdeckt, welche GPCRs aus der Membran entfernen können und somit die Angriffsziele von Medikamenten elegant
reduzieren. Um diese höchstinteressante Proteinklasse näher zu erforschen, nutzen wir Hefe als Modellorganismus, da diese einfach und billig in der Handhabung ist und dennoch alle wichtigen zellregulatorische Eigenschaften von menschlichen Zellen aufweist. Es wurde gezeigt, dass die Fähigkeit von alpha-Arrestinen, GPCRs aus den Plasmamembranen zu entfernen, durch spezielle Modifikationen, nämlich durch das Anhängen von Phosphatresten, gestoppt werden kann. Daher werden wir im ersten Teil dieses Antrags den Fokus darauf richten, diesen Vorgang näher zu beleuchten. Der zweite Teil dieses Antrags befasst sich mit der Analyse von zellulären Interaktionspartnern aller alpha-Arrestine, indem wir drei originelle und voneinander unabhängige Analysestrategien einsetzen möchten. Weiters planen wir die Anwendung der gefundenen Resultate auf die Erforschung menschlicher GPCRs mit Hilfe von Hefe. Das
Projekt wird anfänglich an der UC Berkeley durchgeführt,
welcher ein Spezialist in der Aufklärung von Signalvorgängen ist und in der zweiten Phase im Labor der TU Graz, da dem Experten für Membranproteine, fortgesetzt. Unsere Ergebnisse werden von großer Relevanz für die Pharmaindustrie sein, da es bereits Evidenzen dafür gibt, dass alpha-Arrestine in Zukunft eine große Rolle in der Entwicklung zielgerichteter und potenterer Wirkstoffe spielen. Mit dieser Studie wollen wir die Regulation von alpha-Arrestinen und deren Rolle in der Desensibilisierung von GPCRs dechiffrieren und damit einen wertvollen Beitrag zur Aufklärung eines bisher wenig erforschten, regulatorischen Mechanismus leisten.
StatusLaufend
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende1/08/1831/05/20