FWF - Digital Chamba - Digitalisierungsprojekt des Kulturerbes von Chamba

Projekt: Foschungsprojekt

Beschreibung

Das frühere Königreich von Chamba, geografisch weitgehend identisch mit dem modernen Chamba Distrikt des indischen Bundesstaates Himachal Pradesh, konnte durch seine Lage einen Großteil seines kulturellen Erbes erhalten und ist damit eine der bedeutendsten Kulturräume Nordindiens. Eingebettet in die Vorgebirge des westliches Himalaya spiegelt sich eine Synthese der Kulturen Kashmirs und der Ebenen Nordindiens ebenso wider wie auch die lokalen Traditionen aan der Grenze zu Westtibet. Die Kunst und Architektur von Brahmapura (das moderne Bharmour), der ursprünglichen Hauptstadt, und anderer Stätten wie Chhatrari und Chamba Town sind Zeugnis einer fast 1500 Jahre alten künstlerischen, religioösen und soziokulturellen Tradition.
Ziel des Projektes ist die Dokumentation, Analyse und Digitalisierung der verschiedenen Aspekte dieser Kultur. Ausgangspunkt ist die Architektur eingeschlossen aller Konstruktionsmethoden, Entwurfsparameter sowie der damit unmittelbar zusammenhängenden Kunst wie etwas Holzschnitzarbeiten – im Besonderen Decken und Portale – und Artefakte, d.h. bildhafte Darstellungen der Gottheiten, denen die Heiligtümer gewidmet sind. Typologisch geht es dabei um Holztempel wie den Lakshana Devi Tempel in Bharmour und um Nagara Steintempel mit ihrem schlanken, nach oben hin gekrümmt zulaufenden Shikara Turmaufbauten. Basierend auf den Bauaufnahmen werden genaue Planunterlagen erstellt werden, die vor allem zur Auswertung und Darstellung der Proportionssysteme, Konstruktionsprinzipien und den Ordnungsprinzipien des ikonografischen Programms dienen. Vorrangig sind dabei die Portale, nicht nur wegen des hohen künstlerischen Wertes, sondern weil sie gleichzeitig den visuellen und auch ideologischen Rahmen für die im Hauptraum dargestellte Gottheit bilden. Portale reflektieren die intellektuelle Essenz des Monuments. Darüber hinaus zielt das Projekt auf die Dokumentation der erweiterten geografischen wie auch soziokulturellen Parameter ab. Dies beinhaltet Studien der Ritualtraditionen (Pujas, Prozessionen etc.) die Sacred Landscape im lokalen wie auch überregionalen Maßstab wie auch überregionale Vergleichsstudien mit der vor-islamischen Kunst Kashmirs.
Das Projekt berücksichtigt die sich neuesten Standards auf dem Gebiet des Digital Cultural Heritage (DCH), einem wichtigen Bereich der Digital Humanities (DH). Eine interaktive Website steht daher im Mittelpunkt des Projekts. Diese basiert auf digitalen Architekturmodellen und wird vervollständigt durch Karten, Pläne, Filme und natürlich textliche Beschreibungen. Die Daten werden weiter aufbereitet für Smartphone Applikationen und Tablets. In einem späteren Schritt wäre auch die Aufbereitung der Daten für VR (Virtual Reality) Anwendungen möglich. Damit werden die Ergebnisse nicht nur der wissenschaftlichen Gemeinde zugänglich gemacht, sondern auch der breiten Öffentlichkeit die Gelegenheit gegeben, mehr über die Kulturgeschichte dieser besonderen Region am Rande des indischen Himalayas zu erfahren. Die Anwendung von Methoden und Technologien des Digital Cultural Heritage Bereichs im Bereich der indologischen Studien und der Himalaya-Wissenschaften ist ein wesentlicher Aspekt des Projekts.
StatusLaufend
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende1/06/1931/05/23