Flippr2 - Neue Wege der Verwertung von Lignin und Faserfraktionen aus der Zellstoff- und Holzstofferzeugung

Projekt: Foschungsprojekt

Beschreibung

Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und der Beschäftigung sind heute die dringendsten Themen der österreichischen Zellstoff- und Papierindustrie: Drastische Veränderungen im Verbraucherverhalten und erhöhte Rohstoffkosten haben die wirtschaftliche Anspannung verschärft. Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind Schlüsselfaktoren, um diese wirtschaftlichen Herausforderungen in einem sich wandelnden globalen Markt zu bewältigen.
Die österreichische und europäische Zellstoff- und Papierindustrie hat eine Reihe von langfristigen Forschungsaktivitäten. Diese Aktivitäten zielen darauf ab, die Industrie in die führende Position einer künftigen biobasierten Industrie zu lenken. Durch die Verwendung des wichtigsten Non-Food nachwachsenden Rohstoffs, nämlich Holz, hat die Zellstoff- und Papierindustrie hervorragende Voraussetzungen, diese Vision zu realisieren. In der Tat machte diese Industrie bereits die ersten Schritte: Heutzutage zielt der Aufschluss von Holz nicht mehr alleine auf Zellulosefasern und Papierprodukte ab diese Aufschlussprozesse sind bereits heute Lieferant von Elektrizität, Wärmeenergie und biobasierten Chemikalien (zum Beispiel Tallöl). Eine moderne Bioraffinerie, d.h., eine Zellstoff- und Papierfabrik, produziert bereits eine Vielzahl von holzbasierten Produkte. Allerdings müssen holzbasierte Bioraffinerien in Zukunft chemische und energetische Ressourcen noch effizienter nutzen, um wettbewerbsfähig zu sein. Es ist offensichtlich, dass solche Bemühungen nur dann erfolgreich sein können, wenn sie wissensbasiert sind - ein wissensbasiertes Bioökonomiekonzept und aufeinander abgestimmte Forschungsanstrengungen sind erforderlich.
Das vorgeschlagene K-Projekt Flippr - Future Lignin und Pulp Verarbeitung Forschung PROCESS INTEGRATION konzentriert seine Bemühungen auf integrierte Lösungen, um Produkte mit hoher Wertschöpfung aus Holz herzustellen. Insbesondere Seitenströme in Zellstoff- und Papierfabriken, das heißt, technisches Lignin aus Ablauge und Feinstoffe aus dem Zellstoff, werden im Fokus von Flippr Aktivitäten stehen. Unser Forschungsprogramm besteht aus eng miteinander verknüpften Themen, die alle auf die komplexen Prozessschritte in zukünftigen Bioraffinerien fokussieren: Trennung, Fraktionierung, Modifikation und Rückgewinnung. Diese Prozesse so zu entwickeln, sodass sie in die komplexen Prozesse einer Zellstoff- und Papierfabrik integriert werden können, erfordert einen interdisziplinären Ansatz: Chemiker, Ingenieure, Faserspezialisten, Holztechnologen, Biochemiker und Ökonomen müssen gemeinsam handeln. Know-how und herausragende Leistungen in allen Disziplinen sind notwendig, um die bestehenden Prozessschritte der Zellstoff- und Papierindustrie in eine moderne und effiziente Bioraffinerie zu transformieren. Eine Mischung aus völlig neuen Verfahren, sowie modernste bereits etablierten Technologien werden eingesetzt, um die Ziele im Flippr Forschungsprogramm zu erreichen. Zusätzlich werden neuartige Aufbereitungsverfahren untersucht, um die Eigenschaften der Materialien so zu steuern, dass sie in neue Anwendungsgebiete erschließen können.
Flippr ist in zwei stark vernetzte Bereiche der vorwettbewerblichen Forschung aufgeteilt, die auf (i) die Nutzung von Ablauge und (ii) den Einsatz von Feinstoffen fokussieren. Die technische Forschungsarbeit wird durch einen integrierten Ökobilanzansatz ergänzt, der wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen der entwickelten Innovationen überprüft.
StatusLaufend
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende1/04/1731/03/21