EU - DECODER - Brain-Computer Interface [Original in Englisch: Deployment of Brain-Computer Interfaces for the Detection of Consciousness in Non-Responsive Patients]

  • Horki, Petar, (Teilnehmer (Co-Investigator))
  • Pokorny, Christoph, (Teilnehmer (Co-Investigator))
  • Müller-Putz, Gernot (Teilnehmer (Co-Investigator))
  • Neuper, Christa, (Projektleiter (Principal Investigator))

Projekt: Foschungsprojekt

Projektdetails

Beschreibung

Der Einsatz Brain-Computer Interfaces bei „non-responsive“ Patienten soll den Zugang zu moderner Informations- und Kommunikationstechnologie wie Internet, Computer oder Haushaltsgeräten ermöglichen, wenn eine Person auch nur zu einer einzigen Antwort fähig ist. In so einem extremen Fall kann kein derzeit verfügbares technisches Hilfsmittel einem Patienten helfen, mit seiner Umwelt zu interagieren. Diese Situation stellt somit ein ernsthaftes ethisches Problem dar, da durch medizinische Behandlung zwar das Leben solcher Patienten verlängert werden kann, diese jedoch in einem Zustand inakzeptabler Lebensqualität zurückgelassen werden.
Im Rahmen von DECODER wird ein BCI entwickelt, um Patienten zu helfen, die andernfalls sehr geringe oder überhaupt keine Möglichkeiten haben, mit ihrer Umwelt zu interagieren und ICT zu nutzen. Um dies zu erreichen, müssen drei Komponenten von aktuellen BCIs, nämlich die Signal-Erfassung, die Signal-Klassifizierung und die Signal-Übersetzung verbessert und an die besonderen Eigenschaften von „non-responsive“ Patienten wie verminderte Wachheit, kurze Ausmerksamkeitsspanne sowie veränderte elektrische Hirnaktivität angepasst werden. Eine vierte Komponente ist die eigentliche Applikation; bereits verfügbare assistierende Technologien werden an die Steuerung über einen einzigen Schalter angepasst.
Neben klassischen EEG-Paradigmen wird auf Grund einer höheren räumlichen Auflösung auch Nahinfrarotspektroskopie zur Signal-Erfassung eingesetzt. Spezielle Software wird verwendet, um das beste Signal für jeden Benutzer auszuwählen und die Signal-Übersetzung zu optimieren. Bevor solchen Patienten jedoch der Zugang zu ICT zur Verfügung gestellt werden kann, ist eine eindeutige Diagnose von größter Bedeutung, um die am besten geeignete Rehabilitationsstrategie sowie die passende unterstützende Technologie zur Interaktion bestimmen zu können. Eine hierarchische Vorgehensweise zur Diagnose, beginnend mit der Präsentation einfacher Stimuli bis hin zur bewussten Steuerung eines BCI, wird entwickelt, validiert und verbreitet.
Der Einsatz von bestehenden, gut etablierten, wie auch neu entwickelten Tools auf allen Ebenen des BCI und die Zusammenarbeit eines multidisziplinären Teams kann das Erreichen der Ziele von DECODER sichergestellt werden.
StatusAbschlussdatum
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende1/02/1031/01/13