CLEVERER HELM - Optimaler Schutz vor Kopfverletzungen durch verbesserte Testmethoden von Kinder-Fahrradhelme

Projekt: Foschungsprojekt

Beschreibung

Im Jahr 2011 wurden 1.900 Kinder mit Kopfverletzungen nach Fahrradunfällen im Spital behandelt. Die Helmtragequote ist nach Einführung der Helmpflicht mit 86% bei unter 12-jährigen sehr hoch und führte bereits zur Reduktion von Kopfverletzungen. Allerdings wurde auch beobachtet, dass mindestens neun von zehn Kindern ihren Helm nicht richtig tragen. Eine weitere langfristige Senkung von Kopfverletzungen kann daher nur durch eine Erhöhung der Schutzwirkung und der richtigen Verwendung bzw. einfachen Handhabung von Helmen erreicht werden. Ein richtig getragener Helm kann das Risiko einer Kopfverletzung um 45% reduzieren. Fahrradhelme werden innerhalb der EU nach der EN 1078 geprüft, die sich im Laufe der Jahre nur wenig verändert hat. Zur Prüfung der Stoßdämpfung des Helms wird die maximale Verzögerung einer starren Kopfform während des Anpralls gemessen. Unberücksichtigt bleibt das Verhalten bei nicht korrektem Sitz des Helms. Außerdem werden keine Rotationsbelastungen berücksichtigt, obwohl diese im Verdacht stehen zu schweren Verletzungen zu führen. Ein weiterer Mangel ist die Bewertung der maximalen Beschleunigungen ohne Berücksichtigung der Einwirkdauer. Da sich die Richtlinien zur Helmbewertung in den letzten Jahren kaum geändert haben, hat es bei Fahrradhelmen in den letzten Jahren nur wenige Innovationen gegeben.

Das Hauptziel des Projekts CLEVERER HELM ist die Senkung von Kopfverletzungen bei Kindern als RadfahrerInnen durch eine Steigerung der Qualität und Benutzerfreundlichkeit von Helmen. Bei der Bewertung der Benutzerfreundlichkeit wird ein besonderes Augenmerk auf die Vermeidung fehlerhafter Verwendung des Helms bzw. der Schutzfunktion in diesem Fall gelegt werden. Es werden neue verbesserte Teststandards entwickelt, die speziell auf reale Unfallszenarien, Verletzungsmuster und das Nutzerverhalten von Kindern abgestimmt sind.

Folgende Forschungsfragen werden wissenschaftlich und objektiv beantwortet:
1. Wie viele Kinder setzten ihren Helm falsch auf? Wie setzen sie ihn auf und warum?
2. Wie sehen typische Unfallszenarien von Kindern mit dem Fahrrad aus?
3. Was sind klassische Kopfverletzungsmuster bei Kindern aufgrund von Fahrradunfällen?
4. Entsprechen aktuelle Teststandards den klassischen Szenarien und Verletzungsmustern?
5. Welche Schwächen haben aktuelle Tests von Kinderfahrradhelmen?
6. Wie kann ein verbessertes Testkonzept für Kinderfahrradhelme aussehen?
7. Wie schneiden Fahrradhelme bei dem neuen Testkonzept, im Vergleich zu bisherigen Tests, ab?
8. Gibt es Helme, die selbst falsch aufgesetzt noch ausreichend Schutz bieten?
9. Was geschieht bei einem Sturz oder Crash, wenn der Helm falsch aufgesetzt wurde?
10. Wie können verbesserte Teststandards die Schutzfunktion von Fahrradhelmen erhöhen und damit die Anzahl von Kopfverletzungen senken?
StatusAbschlussdatum
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende1/02/1430/04/15