Der Körper in der Architektur

  • Judith Augustinovic

Presse/Medien: Presse / Medien

Beschreibung

Wie definierst du deine Rolle als Architektin?
Ich agiere in einem erweiterten Architekturbegriff, der
sich aus der Verschränkung und der Diversität von
Raum in akademischer Lehre, Kunst und Design ergibt.
In Wien fand ich es schwierig, für meine Tätigkeit eine
Begrifflichkeit zu finden, in Rio de Janeiro wurde das
einfach irrelevant, man denkt dort weniger in Kategorien.
Mein Konzept von Körper, Raum und Architektur
fand ich in Rio verortet: Kultur und Körperkult, der
künstlerische Raumbezug der brasilianischen Kunstund
Architekturschaffenden. Dieses Klima hat mich
stark geprägt, z. B. die Arbeit von Lygia Clark „A casa
é o corpo“ („Das Haus ist der Körper“).
Was vermittelst du deinen Studenten
aus diesem erfahrenen anderen kulturellen
Umfeld?
Ich möchte meinen Studentinnen und Studenten
vermitteln, dass Architektur in einem
erweiterten, in einem sozialen Kontext zu
sehen ist. Wichtig ist mir, künstlerische Praxen
zu beobachten, weil Veranstaltungen
und Ausstellungen wie die Manifesta oder die
Biennale in Venedig den Blickwinkel verbreitern.
Um nicht nur im eigenen Saft – der eigenen
Kultur – zu schmoren, um auch andere
Lösungsansätze aufzuspüren. Ich verwende
gerne das Beispiel „Schlafen“: In Europa bringen
wir es sofort mit „Bett“ in Verbindung, in
Japan wird es hingegen mit „Futton“ oder in
Brasilien auch mit „Hängematte“ assoziiert …
Raum zu denken bedeutet, nicht nur Hard
Facts, sondern Soft Skills mitzudenken. Architektur
hat für mich auch mit Hingabe zu
tun, nicht nur im Entwurfsprozess, sondern
auch in der Umsetzung. Sowie Partnerschaften
mit Handwerkern oder Professionisten
einzugehen, um bessere Lösungen zu erzielen.
Was ist dein Herzblut-Projekt?
Mein Herzblut-Projekt „Vanilla Space“ referenziert auf das
Projekt von Haus-Rucker-Co und verkörpert immer noch
am besten meine Auffassung von Architektur als „occupied
space“ und die Verbindung von Raum und Architektur.
Außerdem war es ein Wendepunkt für meine Praxis.

Zeitraum25 Jan 2019

Medienabdeckung

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Medienabdeckung

  • TitelDer Körper in der Architektur
    BekanntheitsgradInternational
    Medienbezeichnung/OutletHERZ BLUT 150 Positionen zur Architektur in und um Österreich
    MedienformatDruck
    LandÖsterreich
    Datum der Veröffentlichung25/01/19
    BeschreibungWie definierst du deine Rolle als Architektin?
    Ich agiere in einem erweiterten Architekturbegriff, der
    sich aus der Verschränkung und der Diversität von
    Raum in akademischer Lehre, Kunst und Design ergibt.
    In Wien fand ich es schwierig, für meine Tätigkeit eine
    Begrifflichkeit zu finden, in Rio de Janeiro wurde das
    einfach irrelevant, man denkt dort weniger in Kategorien.
    Mein Konzept von Körper, Raum und Architektur
    fand ich in Rio verortet: Kultur und Körperkult, der
    künstlerische Raumbezug der brasilianischen Kunstund
    Architekturschaffenden. Dieses Klima hat mich
    stark geprägt, z. B. die Arbeit von Lygia Clark „A casa
    é o corpo“ („Das Haus ist der Körper“).
    Was vermittelst du deinen Studenten
    aus diesem erfahrenen anderen kulturellen
    Umfeld?
    Ich möchte meinen Studentinnen und Studenten
    vermitteln, dass Architektur in einem
    erweiterten, in einem sozialen Kontext zu
    sehen ist. Wichtig ist mir, künstlerische Praxen
    zu beobachten, weil Veranstaltungen
    und Ausstellungen wie die Manifesta oder die
    Biennale in Venedig den Blickwinkel verbreitern.
    Um nicht nur im eigenen Saft – der eigenen
    Kultur – zu schmoren, um auch andere
    Lösungsansätze aufzuspüren. Ich verwende
    gerne das Beispiel „Schlafen“: In Europa bringen
    wir es sofort mit „Bett“ in Verbindung, in
    Japan wird es hingegen mit „Futton“ oder in
    Brasilien auch mit „Hängematte“ assoziiert …
    Raum zu denken bedeutet, nicht nur Hard
    Facts, sondern Soft Skills mitzudenken. Architektur
    hat für mich auch mit Hingabe zu
    tun, nicht nur im Entwurfsprozess, sondern
    auch in der Umsetzung. Sowie Partnerschaften
    mit Handwerkern oder Professionisten
    einzugehen, um bessere Lösungen zu erzielen.
    Was ist dein Herzblut-Projekt?
    Mein Herzblut-Projekt „Vanilla Space“ referenziert auf das
    Projekt von Haus-Rucker-Co und verkörpert immer noch
    am besten meine Auffassung von Architektur als „occupied
    space“ und die Verbindung von Raum und Architektur.
    Außerdem war es ein Wendepunkt für meine Praxis.
    Produzent/Autorarchitektur in progress
    URLhttps://www.architektur-inprogress.at/publikation-herzblut-171.html
    PersonenJudith Augustinovic